Sind wir deutschen wirklich eine Einheit?…

03.10 Tag der deutschen Einheit oder auch Tag der Arbeit. Basierend auf dem Vertrag am 03. Oktober 1990, in dem sich die neuen Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland anschlossen. Einer der größten und wichtigsten Momente der deutschen Geschichte. Ein Zusammenschluss zweier Länder auf einer friedlichen Basis. Natürlich war die Kultur in der BRD und der DDR nicht allzu verschieden, jedoch ist es trotzdem ein erstaunliches Ereignis. Doch sind wir wirklich eine Einheit?

Egal wo man hinhört, bei Comedy oder auf Demonstrationen und auch in den Nachrichten. „Im Osten sind alle Nazis“ oder „Wir wollen die Mauer zurück“ und ganz einfach das Wort „Ossi“. Das sind alles nur ein paar Beispiele dafür, dass sich viele Leute noch als West- oder Ostdeutsche sehen und nicht als Deutsche. Aber auch wirtschaftlich gesehen gibt es unterschiede. In Ostdeutschland sind die Menschen, laut den statistischen Ämtern von Bund und Länder, stärker von Armut bedroht als im Westen. Das bedeutet bei Arbeitslosigkeit, ist es im Osten schwerer wieder einen Job bzw. schwieriger überhaupt ein Job zu finden. Für viele Familien ist Hartz IV, die einzige Rettung, aber auch ein Kreislauf aus denen sie nicht mehr rauskommen. Das Konsum verhalten ist trotz der unterschiedlichen Einkommen fast gleich. In Ostdeutschland und Berlin haben Haushalte durchschnittlich ein Einkommen von 2.078 Euro. Im Westen der Republik sind es 2.587 Euro, während das Konsumverhalten nur einen unterschied von 0,2 Prozent aufweist. Also wollen oder müssen die Menschen in Ostdeutschland bei der Wirtschaft von Deutschland, bei geringerem Einkommen, mithalten. Das heißt Preise in Sachsen sind in vielen Bereichen, genau so hoch wie in den alten Bundesländern, aber dort wird weniger verdient.

Der SOLI wurde eingeführt um die angeschlagenen Städte und Unternehmen in der ehemaligen DDR zu unterstützen und wieder aufzubauen. Das ist gut gelungen, wenn man sich zum Beispiel Leipzig oder Dresden anschaut. Wunderschöne neue Innenstädte, funktionierende Straßen und ein Touristenmagnet. Dennoch sind viele Unternehmen in Ostdeutschland bedroht. Durch Fachkräftemangel, den es aber überall in Deutschland gibt, oder einfach eine schwächere Wirtschaft haben es Unternehmen nicht leicht. Viele leerstehende Produktionshallen oder Großraumbüros, verfallen gerade, weil sich keine Start-Ups dort aufbauen wollen. Das ist ein Problem, den neue Unternehmen und Start-Ups sind extrem wichtig für eine funktionierende und vor allem eine gute Wirtschaft. Während in Bayern viele Unternehmen gegründet werden, kann so manches Ostdeutsche Bundesland nur hoffen das es auch etwas abbekommt.

Die Bundesregierung hat neben dem SOLI, noch ein weiteres Mittel eingesetzt um Ostdeutschland aufzubauen. Einen Ostbeauftragten, nämlich Christian Hirte. Er ist Minister für Wirtschaft und Energie und hat dabei noch eine ganz spezielle Aufgabe. Er hat dafür zu Sorgen, das alle Entscheidungen und Maßnahmen auch den Interessen der Bevölkerung in Ostdeutschland gerecht werden. Einen Westbeauftragten gibt es nicht.

Letztendlich kann ich sagen, das die Gleichstellung von Ost- und Westdeutschland zwar auf dem Papier gleich ist aber in den Köpfen nicht. Das sog. „Ossi-Bashing“ also die Ostdeutsche Bevölkerung pauschal als zum Beispiel Nazis zu betiteln, wird gerade im Internet viel betrieben. Wie viele Personen kennen Sie, die gerne von Westdeutschland nach Osten ziehen würden? Obwohl auch dort schöne und große Städte sind, schöne Landschaften und nette Menschen. In den Köpfen ist immer noch Westen und Osten verankert, obwohl wir alle deutsche sind. Der Staat versucht zwar den Osten gleich zu behandeln, aber mit einem Ostbeauftragten und dem SOLI widerspricht er sich. Den SOLI, finden wir nichts desto trotz gut. Die Nachrichten zeigen fast ausschließlich Demonstrationen aus Dresden oder Leipzig, anstatt die schöne Stadt Leipzig oder alles was der Osten noch zu bieten hat. Aber der Osten ist mehr als nur „Wir sind das Volk“. Wenn Ostdeutsche dann aber behaupten in der DDR war alles besser oder die Mauer soll zurück, wird es auch nicht besser.

Es wird wohl noch ein paar Jahre dauern bis wir auch in den Köpfen vereint sind. Wenn neue Generationen sich nicht an den wenigen guten Dingen der DDR aufhängen, sondern die Einigkeit zu schätzen wissen. Wenn es Ost und West nur noch auf der Karte und somit der Osten für Unternehmen und Menschen attraktiver wird. Ich freue mich auf diesen Moment.

Wir wünschen allen noch einen schönen Feiertag!

Werbeanzeigen
Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s