Fridays for Future…

„FFF“ Fridays for Future oder auf schwedisch: „Skolstreijk för klimatet“ dt. Schulstreik für das Klima, ist in aller Munde. Allen voran Greta Thunberg. Ihr Gesicht und ihre Worte sind auf allen Sendern und Seiten dieser Welt zu sehen. Sie hat sehr viele Anhänger und genauso viele Kritiker. Schüler und Studenten gehen am Freitag auf die Straße anstatt in die Schule bzw. Uni, um ein Zeichen zu setzen. Doch was ist dran an den Rettern der Welt?

Ich bin ein großer Fan, wenn es um öffentliche Bewegungen geht. Wenn Menschen auf die Straße gehen, um etwas zu bewirken und um Druck auf Politiker oder Organisationen ausüben. Das kann man nicht unterschätzen, sondern muss es ernst nehmen. Darüber haben wir bereits eine Kolumne erfasst: https://vpvdeutschland.com/2019/05/24/unsere-starkste-waffe/

Umwelt- und Klimaschutz ist eins der einfachsten und trotzdem schwierigsten Themen auf der Welt. Es kann so einfach sein. Weniger Plastik, weniger CO2 und generell weniger Konsum und schon haben wir die Erde mehr geschützt. Das hört sich einfach an und das ist es auch, doch was uns im Wege steht sind wir selbst. Lieber fahren wir mit unserem Auto zur Arbeit oder zum Einkaufen anstatt mit dem Fahrrad oder mit der Bahn. Kleine Taten bewirken zusammen große Erfolge. Doch in unserer Gesellschaft ist es schwer sich durchzusetzen, gerade in dem „Autoland Deutschland“. Wir sind so stolz auf unsere Autoindustrie, dass wir uns schlecht fühlen nicht unser Auto zu benutzen. Wir sind zu bequem, und das nicht nur in Deutschland, um etwas zu verändern. Der Kopf ist ein starker Gegner gegen den Umweltschutz, doch es gibt noch mehr.

Ich will nicht behaupten das jeder Politiker von einer Lobby kontrolliert und bestochen wird. Das Problem ist, das die Lobby das auch gar nicht nötig hat. Die großen Unternehmen haben uns alle in der Tasche. Sie werden zwar verurteilt und kritisiert, aber letztendlich steigen wir dann trotzdem in unser Auto. Wenn ein Politiker es wagen würde gegen diese so große und populäre Branche etwas zu unternehmen, steht er auf dem Abstellgleis. Die Menschen schieben in die „Grüne Schublade“ und er hat nur noch die Wählerschaft der Grünen hinter sich. Das ist im Grunde für einen Politiker nichts schlechtes, aber für die Wiederwahl kein gutes Zeichen. Aber was hat das alles mit „Fridays for Future“ zu tun? Nun ja, sobald es mehr Menschen gibt, die für Umwelt- und Klimaschutz auf die Straßen gehen und den Politikern und der Industrie den Kampf ansagen umso weniger Druck haben genau diese Unternehmen und Politiker. Durch diese Bewegung können wir großen Druck gegen Produkte, Unternehmen und Politiker ausüben und gleichzeitig den Druck der oben genannten „Gegnern“ untergehen lassen. Aber versteht mich nicht falsch, Autos, Flugzeuge und schädliche Industrie ist nicht das größte Problem. Sondern unser Verhalten. Es ist in Ordnung einmal im Jahr in den Urlaub zu fliegen. Oder bei schlechtem Wetter mit dem Auto zu fahren (Auch wenn die Bahn das bessere Mittel wäre). Das Stichwort ist Reduzieren und das in vielen Bereichen. Beim Einkaufen, beim Urlaub, im Verkehr und mit Energie- und Wasserverbrauch. Keiner muss Vegetarier werden, sondern nur in Maßen und mit Ökologischen Gewissen Gleich konsumieren.

Natürlich gibt es auch viele Kritiker und Gegner von „FFF“. Ein Beispiel Politiker und Politikerinnen. Sie kritisieren diese Bewegung nicht offen, sondern belächeln sie nur. „Das ist schön und gut was ihr macht, aber geht lieber in die Schule und lernt“. So oder so ähnlich äußerten sich viele Politiker zu den „Fridays for Future“. Es gibt keine Altersgrenze für Engagement und den Willen etwas zu verändern. Es ist zwar keine Kritik, jedoch etwas nicht ernst zu nehmen ist für mich unsachliche Kritik und von einem Politiker sollte man wenigstens eine sachliche Antwort erwarten können. Ein Streik, der über Wochen gehen würde, wäre natürlich etwas kritisch für die Bildung, gerade was Studenten oder 10-Klässer angeht, aber von so etwas sollte sich diese Bewegung nicht aufhalten lassen.

Viele sehen zwar den Sinn von „FFF“ und finden die Grundidee gut, haben aber Angst um ihr Geld, oder besser ausgedrückt um die Wirtschaft. Hier kann ich darauf verweisen, was ich im dritten Absatz geschrieben habe. Gewisse Unternehmen und Brachen sollten nicht abgeschafft werden nur reduziert. Natürlich sind viele Fluggesellschaften jetzt schon angeschlagen, aber man muss nur ein paar Schritte weiterdenken. Das Geld was der Staat für Umweltschutz aufwendet kann bei reduzierten Konsumverhalten, für Subventionen für solche Unternehmen genutzt werden. Nur zum Teil, selbst dann sollte der Staat Geld für Umwelt- und Klimaschutz bereitstellen. Aber dennoch, sind viele Airlines von angeschlagen auf Grund Billigpreise und hohen Kerosinpreisen. Nun ein bekannter Wirtschaftsgrundsatz: Die Nachfrage macht den Preis. Weniger Flüge, weniger Nachfrage und somit geringerer Preis. Die Fluggesellschaft verdient zwar weniger, aber muss weniger aufwenden und bekommt eventuell Unterstützung vom Staat. Ähnlich wie bei der Autoindustrie. Hier steht ganz klar die Angst im weg. Die Angst, von den Leuten, dass die Wirtschaft abschwächt und die Arbeitslosigkeit droht und so weiter. Berechtigt aber sollte dem Klimaschutz nicht im Wege stehen.

Letztendlich kann ich behaupten „Fridays for Future“ ist eine gute Sache und wird’s sich voraussichtlich noch vergrößern. Umso größer umso besser, da mehr Druck da ist. Aber ich möchte ganz klar sagen. Es geht nicht darum sich am Freitag auf die Straße zu stellen, sondern im Kopf das Denken umzustellen. Reduzieren ist die logische Konsequenz, die wir aus unserem starken Konsumverhalten der letzten Jahre ziehen müssen. Wir sind selbst dafür verantwortlich, aber es ist noch nicht zu spät.

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